13. April 2026
3 Wochen Reha, fast 4 Wochen Bodensee - vorbei! Die Zeit vergeht definitiv zu schnell. Keine Minute war langweilig, auch allein auf dem Zimmer nicht. Ich musste aber nicht allein sein. Wenn ich gewollt hätte, wäre immer jemand zur Unterhaltung bereit gestanden oder gesessen. Was war das Beste? Natürlich die schönen Tage mit Nicole. Auch extrem wichtig für Körper und Geist. Die täglichen Sporteinheiten in der Klinik bringen einen so richtig in Schwung und haben nochmal zu einer...
17. März 2026
Ich moag koi Gymnaschdig meinte Bernd (hätte fast geschrieben das Brot). Bernd hat wahrscheinlich in den letzten Jahrzehnten keine Sportmatte gesehen. Nun wird der Bäckermeister in Ruhestand durch Pilates und diverse Dehneinheiten auf das Übelste gefoltert. Es ist aber auch ziemlich luschdig mitanzusehen, wenn der Koloss von Schwäbisch Gmünd das Gleichgewicht verliert und auf die Matte mit einem lauten Grunzen knallt: Aaah, Hergottsack, Scheiß Gymnaschdig! Ich vermute in seinem Bäuchlein...
16. März 2026
Frauen lesen mehr als Männer. 38 zu 22 Prozent ist das Verhältnis. Die tägliche Lesezeit ist rückläufig. Männer lesen mehr Zeitungen, Magazine, Sachbücher. Romane weniger. Ich wünsche mir immer, mich mit einem Mann über aktuelle Literatur auszutauschen. Die Sicht der Männer auf diverse Dinge ist einfach anders. Jungs, die Kenntnis von der Sendung „Druckfrisch“ haben und die dort behandelnde Bestsellerliste kennen, leider Fehlanzeige. Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, wer...
15. März 2026
Die Behindi-WG is komplett. Es ist phänomenal, wie wildfremde Menschen innerhalb von drei Wochen zu einer verschworenen Gemeinschaft werden können. Es ist wohl das gemeinsame Boot und das Ziel, ans rettende Ufer zu gelangen dafür verantwortlich. In den Augen spiegelt sich bei allen: Hey, ich habe die gleiche Angst wie du oder ich habe sie zumindest gehabt. Die Angst davor: „Das war’s jetzt!“. Viermal hatte ich dieses Gefühl der Verbundenheit mit Menschen, die ich überhaupt nicht...
13. März 2026
So eine dreiwöchige Reha hat viele positive Effekte. Man kümmert sich nicht nur intensiv um sich, pflegt mit viel Aufmerksamkeit Körper und Geist, hat kaum Störungen von außen zu befürchten und wenn dann sind diese Unterbrechungen meistens gewünscht. Es ist auch die hier versammelte Schicksalsgemeinschaft, die einen auf das Wesentliche wieder zurückwirft. Man ist nicht allein mit seinen Baustellen. Was für Baustellen überhaupt? Man sieht: Andere haben es um ein Vielfaches schwerer....
11. März 2026
Ich habe ja als Patient schon wirklich einiges erlebt. Gutes und Schlechtes. Vieles hat mir das Leben gerettet oder wenigstens erleichtert. Manches davon war auch eine regelrechte Qual! Aber: Muss man nicht häufig zuerst leiden, damit etwas Wunderbares entsteht. Stichwort Geburt. Ich hoffe aus der letzten Nacht entsteht auch etwas Wunderbares. Bei einer 24-Stunden-Blutdruckmessung ergab sich eine Auffälligkeit, somit wurde ein Schlafapnoe-Screening angeordnet. Wenn es dumm läuft, muss ich...
10. März 2026
Die zweite Reha-Woche ist vorbei. Von Tag zu Tag fühlt man sich fitter. Das psychische und physische Wohlbefinden nimmt ebenso stetig zu. Ein Rundum-Gesundheitspaket, wenn man es denn annimmt, fortsetzt, und vielleicht sogar intensiviert. Anfangs war die eigene Bewegungsgeschwindigkeit dem Rhythmus der automatischen Schiebetüre angepasst. Im Gleichklang öffnete sie sich und man schritt harmonisch oder wie ein Wackel-Dackel ohne nennenswerten Schädigungen hindurch. Nun aber hat man den...
08. März 2026
In wenigen Stunden ist es soweit. Eine lange intensive schweißtreibende Ausbildung hat Gott sei Dank ein Ende gefunden. Und ich darf tatsächlich endlich zu meiner kleinen Anni „Frau Kollegin“ sagen. Stolz auf etwas zu sein, ist gar nicht so meine Wesensart. Aber hier trifft es ausnahmsweise doch zu. STOLZ! Und wie! Wenn man die ganzen ausgefochtenen Lebenskämpfe kennt, die Biegungen und Kurven, die Umwege und Umleitungen, dann weiß man umso mehr zu schätzen, was dieses einzigartige...
07. März 2026
Was für ein Name für ein Barber Shop. Wer hätte das gedacht: In dem überschaubaren Allensbach ist ein hipper Coiffeur. Bis 22.00 Uhr geöffnet. Klar, wenn man da sogar eine Runde Pool Billard spielen kann. Amerikanische Nummernschilder an der Wand und das Haarwasser in Whiskyflaschen-Zerstäuber. Krass! Ich liebe solche skurrilen Läden. Barber sowieso. Hier weiß man nicht, was Gendern bedeutet oder dass man als Mann Elternzeit beantragen kann. Irgendwie scheint es mir noch der einzige Ort...
06. März 2026
Abends an den See zu laufen oder zu radeln, ist fast ein Ritual geworden. Eine zusätzliche Anwendung sozusagen. Das sind dann nochmal ca. 5 km zum täglichen Fitnessprogramm. Die Belohnung, der sagenhafte Allensbacher Sonnenuntergang. Man kann sich unmöglich satt sehen. Sonnenuntergänge gucken, ist quasi auch eine Anwendung - für die Seele. Ein Schüler meinte mal zu mir auf die Frage, was tut euch richtig gut: „Herr Schnur, wenn ich am Meer auf einem Fels sitze und die Sonne am Horizont...