Ich habe ja als Patient schon wirklich einiges erlebt. Gutes und Schlechtes. Vieles hat mir das Leben gerettet oder wenigstens erleichtert. Manches davon war auch eine regelrechte Qual! Aber: Muss man nicht häufig zuerst leiden, damit etwas Wunderbares entsteht. Stichwort Geburt. Ich hoffe aus der letzten Nacht entsteht auch etwas Wunderbares. Bei einer 24-Stunden-Blutdruckmessung ergab sich eine Auffälligkeit, somit wurde ein Schlafapnoe-Screening angeordnet. Wenn es dumm läuft, muss ich noch ins Schlaflabor zur weiteren Beobachtung. Wie bei so vielen Deutschen leidet auch bei mir aktuell die Schlafqualität. Ich bin aber am Tag nicht müde oder habe auch nicht den Eindruck, unkonzentriert zu sein. Ich werde einfach viel zu oft wach. Ich wusste nicht wirklich, was da auf mich zukam. Nur, dass ich verkabelt werde. Das Anlegen der vielen Dioden war schon eine Sache für sich. 20 Minuten hat es gedauert. Äh, so soll ich ein Auge zubekommen? Die Rübe in einem Spinnennetz gefangen, der Rumpf mit Stromkabeln bedeckt, ein langes dünnes aus der Unterhose hervorlugend. Damit soll ich ohne zu kleckern pinkeln können? Mir macht das ja nichts aus, aber vielleicht denjenigen, die dieses Folterutensil in Empfang nehmen und auswerten müssen. Da ich vom Tag so fertig war, schlief ich erstaunlicherweise schon vor dem 1:0 für den FC-Bayern ein. Ohne mir groß über meine Schlaflage Gedanken zu machen. Finde den Fehler! Beim 1. Aufwachen verlor ich die Aufzeichnungsbox. Sie hing am Klettgurt zu meinen Füßen. So richtig fixiert bekam ich sie leider nicht mehr. Sie baumelte mehr oder weniger vor meiner mittlerweile fast fettlosen Wampe hin und her. Die ganze Nacht! Beim 2. Aufwachen verloren ich eine Diode. Die hing nun herab wie ein geknickter Schmetterlingsfühler und kitzelte im Sekundentakt meine Augenbrauen. Beim 3. Aufwachen war ich so im Kabelgestrüpp verheddert, dass ich dachte: Hört das denn nie auf, dass ich hier ständig in Lebensgefahr schwebe. Diesmal kein Loch im Hirn, aber der Erstickungstod! Entwirren die Pflegekräfte vor der Identifikation durch Angehörige den Kabelsalat oder wird dieser schreckliche Anblick Nicole bis ans Ende ihrer Tage verfolgen? Beim 4. Wachgang musste ich mich heftigst schneuzen. Eine Erkältung trägt nachts auch nicht gerade zur Erholung bei. Wahrscheinlich ist sie auch der Grund für die vorliegenden Atmungsungereimtheiten. Durch das Schneuzen ballerte ich den Clip aus meinen Nasenlöchern. Beim Wiedereinsetzen musste ich diese erstmal von dem gesamten Geschlabber säubern. Um 03.00 Uhr in der Nacht arbeite ich nicht unbedingt regelmäßig gerne filigran. Morgens um 05.45 Uhr wachte ich dann ein letztes Mal auf und hatte die fetteste Diode auf meinem rechten Auge kleben. Das Horn, das das Ein ausmacht, war verrutscht. Nun hing der Diodenkleber am Lid. Beim mechanischen gewaltsamen Öffnen desselbigen hätte ich es mir fast ausgerupft. Wissen die Schlaffuzzis eigentlich was sie tun? Warum muss man hier eigentlich nicht auch eine Einwilligung unterschreiben wie bei einer OP? Und ich bin mir ziemlich sicher, dass Patienten schon den Kabeltod erlitten haben. Ich hatte wieder mal einfach nur verdammtes Glück!
Heute ist der Welttag des Schlafes! Das passt ja! 👍
