Die zweite Reha-Woche ist vorbei. Von Tag zu Tag fühlt man sich fitter. Das psychische und physische Wohlbefinden nimmt ebenso stetig zu. Ein Rundum-Gesundheitspaket, wenn man es denn annimmt, fortsetzt, und vielleicht sogar intensiviert. Anfangs war die eigene Bewegungsgeschwindigkeit dem Rhythmus der automatischen Schiebetüre angepasst. Im Gleichklang öffnete sie sich und man schritt harmonisch oder wie ein Wackel-Dackel ohne nennenswerten Schädigungen hindurch. Nun aber hat man den Fitnesslevel der pomadigen Durchgangstür haushoch überholt. Zielstrebig und zackig sucht man die nächste Räumlichkeit auf. Die gestählten Muskeln treiben einen voran, die durch zahlreichen Anwendungen flexiblen Bänder und Faszien haben den Effekt einer Springfeder angenommen. Krachwumm! Der Körper war also viel schneller unterwegs als diese verdammten altersschwachen schleichenden Glashälften. In der halben Öffnung donnert mein Hirn samt Kleinhirn gegen die für mein Dafürhalten ein wenig zu transparente Türe. Kurz dachte ich: Scheiße, Ich habe mich in der Reha getötet! Wie unnötig und saudoof ist das denn jetzt. Aber Respekt was ein Kopf so crashmäßig auszuhalten im Stande ist. Gut, ich war kurz davor vor die Füße des Chefarztes zu kotzen. Aber eben nur kurz davor. Warum grinste der bloß so blöde? Ich hätte sterben können. Ist er nicht verantwortlich für die angepasste Geschwindigkeit aller Schiebetüren. Ich setze mich nachher hin und schreibe einen Beschwerdebrief, wenn ich denn noch kann. Huch, ich denke ja fast so wie ein AfD-Wähler! Ich hoffe inständig, dieser Schaden bleibt nicht bestehen. Ich glaube, ich werde die nächsten Tage bei Gängen durch die Klinik wohl hier auch meinen Fahrradhelm tragen müssen. Sicher ist sicher!


