Freikaffee


Erste Anwendungen liegen hinter mir. 

Massage die erste: Leider schrott! Mann! Äh Frau! Schade, dass die Physios immer so unterschiedlich sind. Aber wie bei anderen Berufen gibt‘s da eben auch erhebliche Niveauuntetschiede. Zuerst zu spät. Dann zu kurz - und viel zu lange unter dem Heizstrahler. Wärme soll ja gut sein, habe ich gehört. Will ich aber nicht, bin schon warm. 10 Minuten wurde der Ischias durchgeknetet. Na ja, eher durchgestreichelt. Wahrscheinlich hat der zerrüttete Opa, der vor mir dran war, es etwas zärtlicher gebraucht. Wie ich die hasse, diese Physiostreichler. Ach Evelyn! Du warst Spitze! Du hast mich auseinander genommen und dann behutsam Stück für Stück wieder zusammengesetzt.  Bei jeder Anwendung war ich so fertig wie nach einem Halbmarathon, aber es ging mir fantastastisch. Außerdem dachten immer alle in der Praxis im Behandlungsraum 6 wird die Zahl in die Praxis umgesetzt. Hier auf der Pritsche war  die Gefühlslage neutral bis nichtsagend. Steigerung wäre wünschenswert. 


Walking die erste. Witzig, die gleichen Therapeutengesichter wie vor drei Jahren nochmal  anzutreffen. Man denkt sich: Echt, du läufst immer noch mit einer Dullatruppe durch den Wald. Sprichst immer noch über dein Hightech-Fahrrad als hättest du es vor einigen Tagen geehelicht. Du hast mich nicht erkannt, gut so! Sonst hätte ich mir wieder ausschweifende Bildungskritik anhören müssen. Die ersten Meter ließ ich es langsam an. Femininer Plausch mit den Abgehängten. Männer müssen immer zeigen, wo der Barthel den Most holt. Lass sie nur, dachte ich mir. Sie müssen ja nicht gleich wissen, dass sie nur Statisten in meinem ausgeklügeltem Sportprogramm sind. Und ich muss nicht alle Körner auf einmal raushauen. Aber ohne Barthel, äh  Battle geht‘s  halt auch bei mir nicht. 

Als dem Gewinner ein vorzüglicher Freikaffee (3 Euro) in Aussicht gestellt wurde, überholte ich alle Teilnehmer kurz vor der Eingangstür der Klinik per Endspurt! Ha, da habt ihr‘s ihr Loser!